Einschmelzen

"Your persistence is your measure of faith in yourself." --  Unknown

Eigentlich sollte es ja nicht nötig sein - doch manchmal bieten sich Backrohr, Mikrowelle oder Wasserbad zum nachträglichen Einschmelzen und Verändern/Verbessern der Seife an,

z.B wenn...

bulletdie Seife nicht wirklich gut geworden ist
bulletfrau das eine oder andere Öl vergessen hat weil es heimtückischer Weise *hinter* dem Wasserkocher gestanden ist 
bulletdie Seife von ein wenig mehr Farbe und/oder Duft profitieren könnte
bulletes sich um Seifenschnipsel handelt, die neu "gegossen" werden sollen
bulletich sonst nichts besseres zu tun habe und mal rumspielen will

schmelze ich die Seife ein ... dazu wird sie gut zerkleinert, z. B. mit der Küchenreibe und kommt in einen großen Topf. Handelt es sich um eine erst wenige Tage junge Seife, brauche ich normaler Weise keine zusätzliche Flüssigkeit, ansonsten gebe ich Milch dazu. Destilliertes Wasser geht natürlich auch, mir ist Milch lieber, da wird die fertige Seife meiner Meinung nach besser - cremigerer Schaum, um genau zu sein. 

Wieviel Milch ? hm ... vielleicht mal 1/4 l auf 2, 3 kg Seife, je nachdem wie trocken sie ist ... mehr nachleeren ist immer noch möglich. Bei kleineren Mengen die Flüssigkeit teelöffelweise dazugeben. Zum Einschmelzen der Seife bieten sich mehrere Varianten an:

Im Backrohr

Besonders gut geeignet wenn mehr als ein paar Stück Seife neu gegossen werden sollen: Deckel auf den Topf und ab damit ins Rohr - bei 100, 120 °C dauert das Einschmelzen zwischen 1,5 und 4 (ja, ja, - da war ich dann aber schon sauer) Stunden  - zwischendurch immer mal umrühren und eventuell Flüssigkeit nachgießen. Aber nicht nach drei Stunden die Nerven wegschmeißen und das Wasser literweise hineinkippen - dadurch wird gar nix besser, die Masse soll NICHT so dünn werden wie frische Seife ... es ist schon viel gewonnen, wenn sie sich einigermaßen gut rühren läßt. Manche Rezepte eignen sich besser zum Einschmelzen als andere - mir kommt vor, je höher der Kokosfettanteil ist, desto unwilliger löst sich die Seife. 

Die Backrohrmethode eignet sich gut für einen langen (Fernseh)abend, da die Seife nur ein Mindestmaß an Beachtung und Zuwendung verlangt - solange die Temperatur nicht höher und der Topf nicht *randvoll* ist. 

Ist alles zergangen, kann nun beduftet und/oder gefärbt werden ... Zusätze wie Honig sind ebenfalls problemlos möglich - und ab damit in eine vorbereitete Form. Sobald sie ausgekühlt ist, schneiden und wie gewohnt trocknen lassen - die zugesetzte Flüssigkeit muß wieder raus.

Im Wasserbad

Diese Methode habe ich erst unlängst ausprobiert - wegen des Wasserbades, mit dem ich noch nie gute Erfahrungen gemacht habe, nicht mal beim Schmelzen von Schokolade. Doch Seife verhält sich diesbezüglich ein wenig anders - sie schmilzt *noch* langsamer, dafür aber zuverlässig. Das Wasser braucht dabei nur leise vor sich hinköcheln, ab und zu wird umgerührt. Für Mengen über 1 kg finde ich es unpraktisch, da ich einen Topf am Herd doch nicht einfach so unbeaufsichtig stehen lassen mag und es mir einfach zu lange dauert wenn ich daneben stehe.

Base your expectations not on what has happened in the past.
Rather, let your expectations be guided by what you desire for the future. -- Ralph Marston

Abenteuer in der Mikrowelle

Kleine Seifenmengen schmelze ich in einer Plastikdose der Mikrowelle, auf höchster Stufe ... wiederum mit ein bißchen Flüssigkeit und Deckel. Diese Methode ist allerdings ein bißchen riskanter, da die Seife gerne aus der Dose klettert  - läßt sich aber leicht  wegputzen. :-)

Mittlerweile bin ich dazu übergegangen, ein Stück Küchenrolle unter die Plastikdose zu legen UND die Mikrowelle immer nur für 2, 3 Minuten einzuschalten - dadurch lassen sich Pannen erstaunlich gut vermeiden. Es ist auch besser, von vornherein ein Mikrowellentaugliches Gefäß zu nehmen und nicht autmatisch anzunehmen, dass alles aus Plastik gefertigte zu diesem Zweck taugt - leider schmelzen manche Behälter. ========:-o  

Den Deckel lege ich nur lose drauf - einen fest aufgesetzen Deckel hat mir der sich entwicklende Dampf (frische Seife) schon mal mit einem lautstarken *PLOPP* abgehoben - weniger erstrebenswert in meinen Augen. Den Behälter höchstens zu 2/3 füllen, damit noch Platz zum Rühren bleibt. 

Seifentörtchen

Frisch aus der Mikrowelle: Seifenmuffins aus eingeschmolzener Seife, gefärbt mit Zimt und Kakao - für mehr Abwechslung im Badezimmer.

Ich fange meistens mit 2 Minuten bei voller Leistung an, mein Gerät ist allerdings sehr, sehr alt und garantiert schwächer als seine modernen Schwestern. Dann rühre ich um und geb' die Seife nochmal für ca. 2, 3 Minutn hinein. Frische Seifen sind dann oft schon glasig - das hängt aber auch von der Gesamtmenge ab. Will ich die Masse dünner, gebe ich teelöffelweise Wasser oder Milch dazu, rühre um, erhitze  wieder ... bis die Konsistenz schließlich meinen Vorstellungen entspricht: einheitlich und "rührbar" - wirklich flüssig soll die Seife gar nicht werden.

Bevor ich meine Düfte Kräuter usw. hineinrühre, warte ich noch ein bißchen, in die brennheiße Seife mag ich es auch nicht geben ... und dann ab in die Form damit. Von der Konsistenz her gefällt mir die normale kaltgerührte Seife eigentlich besser, aber das ist rein optisch. *Anfühlen* tun sich die Eingeschmolzenen besser, sie sind milder.

TIPP: Für eine preiswerte Rosenseife unbeduftete Seife mit Rosenwasser einschmelzen, der Duft kommt in der fertigen Seife gut durch und hält auch. Zusammen mit zerkleinerten Rosenblättern und vielleicht noch ein wenig ätherischem Geraniumöl (und einem Hauch Palmarosa ?)  eine gute Alternative zu dem sehr teuren Rosenöl.

 Funktioniert vielleicht auch ganz wunderbar mit Orangenblütenwasser ?

Vielseitige Schmelzseifen: einer der beiden Kuchen ist essbar, der andere schäumt.

"Mistakes are painful when they happen, but years later a collection of mistakes is what is called experience." -- D. Waitley

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blumenranke

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zuletzt geändert: Mittwoch, 09. November 2011

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